VORDENKER UND UMSETZER DER GANZHEITLICHEN PRODUKTENTWICKLUNG

Wir trauern um unseren Gründer Prof. Rido Busse, der am 12. Februar 2021 mit 87 Jahren friedlich entschlafen ist. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen langjährigen Wegbegleitern und Freunden.

Sein Gestaltungsgeist und Andenken lebt in seinem Lebenswerk, der Firma BUSSE Design+Engineering fort: Denn Rido hat es geschafft aus seiner Person und persönlichen Denkweise eine Unternehmensphilosophie zu prägen und mit Beteiligung seiner Familie und langjähriger Mitarbeiter das Unternehmen erfolgreich in die nächste Generation zu führen. So wurde aus der Person Rido Busse eine Philosophie Rido Busse, die in der täglichen Arbeit in der Gestaltung und Entwicklung von Produkten noch heute und auch in Zukunft weiterlebt.

„Erfolgreiche Produkte gestalten" – das war das Credo von Rido Busse. Ihm ging es dabei nie nur darum, sich selber ein persönliches Gestaltungsdenkmal zu setzen, sondern er war erst zufrieden, wenn das Produkt durch eine perfekte Erfüllung von Funktion, Fertigbarkeit, Bedienbarkeit und Ästhetik am Markt auch wirklich erfolgreich war.
Und genau diesen Erfolgsanspruch hat Rido in seinem eigenen Leben ebenfalls erreicht.
Denn ist nicht das Ziel eines jeden Lebens Spuren zu hinterlassen?
Und Rido Busse hat wahrlich große Spuren hinterlassen:

Als einer der ersten Absolventen der legendären Hochschule für Gestaltung hfg in Ulm hat er den Mut gehabt, direkt nach seinem Abschluss 1959 ein eigenes Büro für Design und Produktgestaltung zu gründen, welches bis heute eines der größten und ältesten Büros in Europa darstellt.
Neben diesem Unternehmergeist hatte er den Weitblick in diesem Büro alle für die Entwicklung notwendigen Fachbereiche interdisziplinär zu vereinen: Designer, Konstrukteure, Entwickler, Prototypenbau und Kleinserienfertigung. Und diese Rezeptur ist auch heute einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für die Firma BUSSE und die dort umgesetzten Projekte. Noch bevor Modelle wie Scrum überhaupt „erfunden" waren, lebte er somit eine agile und dynamische Projektarbeit.

Fast in jedem Haushalt finden sich Produkte, die aus der Feder Rido Busses oder aus dem Hause BUSSE Design+Engineering kommen: Sei es die 82 Millionen-mal verkaufte Krups Rührschüssel,
der Krups Allesschneider, die Dr. Best Zahnbürste und viele weitere Produkte.

 

Mit dem Kunden STIHL und auch mit deren Gründer-Familie besteht seit über 55 Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit und enge Freundschaft, die sich in vielen markenprägenden Produkten
des Weltmarktführers widerspiegelt.

Viele weitere Kunden und Auftraggeber werden in genau diesem
Spirit erfolgreich auch durch die nächste Generation betreut.

Noch vor XING, LinkedIN und digitalen Networking praktizierte Rido Busse durch seine legendären „Sterne-Tische" echte und persönliche Vernetzung von Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur. Bis kurz vor seinem Tod hat Rido dieses Ritual aufrechterhalten. Und jeder, der ihn erlebt hat, weiß, was für ein hervorragender, eloquenter Gastgeber er dabei war. Neben kulinarischen Gaumenfreuden höchster Qualität waren die Runden geprägt von lockeren Gesprächen und als krönender Abschluss – die phänomenal erzählten Witze des Entertainers Rido Busse.

Einen weiteren großen Fußabdruck hat Rido 1977 in der Gründung der Aktion Plagiarius hinterlassen.
Mit absoluter Hingabe und unermüdlich war sein Kampf gegen Plagiatoren und Produkt-Piraterie.
Mit dem Museum Plagiarius, der langjährigen Mitarbeiterin Christine Lacroix und der Beteiligung seiner Tochter Dr. Aliki Busse lebt auch dieses Lebenswerk und der Kampf gegen Nachahmer weiter: https://www.museum-plagiarius.de/.

Und das beste Andenken an eine Person und deren Leben ist doch das gemeinsam Erlebte. Und zu erleben gab es mit Rido wahrlich immer etwas: Jeder der ihn live erleben durfte weiß, wie schnell er Zuhörer und das Publikum in seinen Bann ziehen konnte. Er hatte stets eine eigene Meinung, scheute nie klare Entscheidungen und Aussagen zu treffen und war ein hervorragender Partner für kreative und konstruktive Diskussionen. Und genau diese „klare Kante" macht einen Unternehmer und einen Menschen aus: denn das bleibt in Erinnerung.

Leb wohl Rido,
wir werden Dich und Deine Philosophie in Ehren halten!

Rido Busse

Rido Busse in "Aktion"

Von den Anfängen mit noch kleiner Belegschaft...

Rido Busse

Rido Busse in "Aktion"

...bis zu seiner Zeit als prominenter Repräsentant für das Unternehmen, Plagiarius und als Honorar-Dozent.

Designklassiker Rido Busse

Prägende Designklassiker aus Rido Busse's Feder

Das Credo von Rido Busse war stets "erfolgreiche Produkte zu gestalten". Nach dieser Philosophie entstanden unzählige Produkte und Designklassiker in der bereits über 60-jährigen Firmengeschichte.

VITA

Rido Busse (*14. August 1934 in Wiesbaden, †12. Februar 2021 in Oberelchingen) war Designer, Unternehmer und Honorarprofessor.

Nach seiner Lehre zum Silberschmied studierte Rido Busse von 1953-1959 an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und gründete im Jahr seines Diplom-Abschlusses 1959 das heute unter BUSSE Design+Engineering firmierende Unternehmen. Als Geschäftsführer leitete er das Unternehmen bis 1999. Nach dem tragischen Unfalltod seiner Frau Annegret zog sich Rido Busse aus der Geschäftsleitung zurück und widmete sich repräsentativen Aufgaben wie z.B. der von ihm 1977 ins Leben gerufenen Negativauszeichnung Plagiarius. Auf der Frankfurter Konsumgütermesse "Ambiente" werden jährlich die dreistesten Plagiate mit dem Negativpreis ausgezeichnet. Er war ein gefragter Gutachter und Berater und hatte Lehraufträge an diversen (Fach-) Hochschulen.

2010 bekam er das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen für seine Verdienste für die Designwirtschaft und sein Engagement im Kampf gegen Produktfälscher.

Besonders glücklich war er über die Designaffinität seiner beiden Töchter.
Dr. Aliki Busse ist Rechtsanwältin für gewerblichen Rechtsschutz und setzt sich mit ihrer Münchner Kanzlei Busse & Partner für die Durchsetzung von Designschutz ein. Joy Busse lebt in San Francisco und leitet dort die Designagentur busse design USA. Seit 2006 war Busse mit Siegrun Busse verheiratet.

Rido Busse lebte bis zu seinem Tod in Oberelchingen, nahe dem langjährigen Firmensitz.

Die HfG - Der Ursprung. Mit Interviewpassagen von Rido Busse (ab Minute 5:00)

FELIX TIMM ÜBER RIDO BUSSE

"In fast 20 gemeinsamem Jahren hat mich Rido Busse persönlich sehr geprägt und stets inspiriert.

Ich kann mich an viele tolle Abende bei den Sterne-Tischen und viele kreative und freundschaftliche Gespräche erinnern, an unzählige Kilometer im Auto, bei denen ich stets fuhr und er mir nebenbei die Zeitung vorlas und mindestens genauso viele Kilometer zu Fuß auf unseren gemeinsamen Messe-Besuchen und Akquise-Gesprächen.

Rido hat nie lockergelassen und war erst zufrieden, wenn auch die letzte Minute bis zur Präsentation oder bis zum Messe-Ende sinnvoll genutzt wurde. Genau dieser Biss und Antrieb sind etwas, das heutzutage oft in Vergessenheit zu geraten droht.

Legendär waren auch seine Besuche in der Firma, als er sich schon aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hatte und mit seinem afrikanischen Boubou-Umhang bekleidet in die Kunden-Meetings „platzte".... 

 

Bis zur letzten Minute steckte Rido voller kreativer Ideen. Noch am Tag vor seinem Tod hinterließ er mir eine begeisterte Nachricht auf meiner Mailbox, in der er ganz euphorisch über den Prototyp berichtete, den wir ihm zu einer seiner eigenen Produktideen übergeben hatten, und weiteren Ideen und Optimierungen dazu schilderte.

Rido, wir werden Dein Lebenswerk bei BUSSE in Ehren halten und weiterführen!"

(Felix Timm, Geschäftsführer)

ZEHN KASSETTEN BUDDENBROOKS- EINE ANEKDOTE VON MARTIN HANNIG

"Fast dreißig Jahre bei BUSSE Design+Engineering führen die Erinnerung bis weit in die aktive Zeit von Rido Busse hinein. Eigenwilligkeit, Offenheit in der direkten Begegnung mit Kunden und Mitarbeitern, ja auch die Frechheit und der missionarische Eifer, mit denen sich die erste Nachkriegsgeneration der Designer ihren Platz in der aufstrebenden Industrie erkämpft haben, waren bei ihm ein Leben lang aus erster Hand zu erleben. Zuerst den Menschen zu erobern, dann das Unternehmen und daraus gemeinsam die richtige Lösung für die Produkte zu finden, das geht mit Empathie und nicht mit Arroganz.

 

Es führt letztlich wieder zum Menschen zurück und ist sicher einer der Gründe für die oft jahrzehntelangen Kundenkontakte. Nach einer prägenden Erinnerung gefragt, fällt mir eine zweitägige Reise in die Niederlande vor vielen Jahren ein. Zehn Kassetten mit den Buddenbrooks, komplett gehört, genial und mit feiner Ironie gelesen von Gert Westphal, entdeckten eine wertvolle Gemeinsamkeit auf unerwartetem Terrain."

(Martin Hannig, Designer bei Busse Design seit 1992)

Nachruf Rido Busse (Aktion Plagiarius)

Wir trauern um unseren Gründer, den Designer Rido Busse, der am 12. Februar 2021 im Alter von 86 Jahren friedlich entschlafen ist. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen langjährigen Wegbegleitern und Freunden.

Rido Busse prägte nicht nur maßgeblich das Industriedesign der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein ganzheitliches Designverständnis ist auch im 21. Jahrhundert weiterhin richtungsweisend.

Rido Busse legte großen Wert darauf, dass seine Designphilosophie in den Köpfen und Herzen seiner Mitarbeiter weiterlebt. 2011 ging ein beruflicher Herzenswunsch für ihn in Erfüllung. Nach ein paar turbulenten Geschäftsjahren unter externer Führung übernahmen 2011 seine Schwiegertochter Gabriele Busse-Kilger und der langjährige Mitarbeiter und Designer Felix Timm die Geschäftsführung. Busse's Firma ist wieder ein familiengeführtes Unternehmen, das sich zukunftsfähig präsentiert und sein Lebenswerk und seine Werte fortführt.

Ein Herzensprojekt von Rido Busse war der Plagiarius. Empört über die plumpe Nachahmung eines von ihm designten Produktes startete er 1977 zunächst als 1-Mann-Bürger-Initiative und schuf den Negativpreis „Plagiarius", der seitdem jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen verliehen wird. Sein Ziel: Die skrupellosen Geschäftspraktiken von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein rücken und Industrie, Politik und Verbraucher praxisnah für die enormen Schäden und Risiken der oftmals minderwertigen Nachahmungen sensibilisieren.

 

Bei der „Plagiarius"-Trophäe bewies er seine Kreativität: Ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – Symbol für die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften. Gleichzeitig war es ihm ein besonderes Anliegen, Kreative dazu zu ermutigen ihr geistiges Eigentum über gewerbliche Schutzrechte abzusichern, damit sie Nachahmer zur Rechenschaft ziehen können. Und es war ihm stets wichtig zu betonen, dass innovative Produkte keine Selbstverständlichkeit sind und dass technische und kreative Leistungen mehr Wertschätzung verdienen . Stolz war er 2007 bei der Eröffnung des Museum Plagiarius in Solingen, welches die Sammlung der Plagiarius-Preisträger von 1977 bis heute präsentiert. Die außergewöhnliche Ausstellung zeigt mehr als 350 Originale und Plagiate aus unterschiedlichsten Branchen im direkten Vergleich. Rido Busse gilt als Pionier bei der Aufklärung und Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie, einem Problem, das aufgrund von Globalisierung und Digitalisierung aktueller denn je ist.

Rido Busse hinterlässt mit seinem Wirken Spuren in der Gesellschaft.

In Dankbarkeit für die gemeinsam erlebte Zeit und in ehrenvollem Gedenken,

Aktion Plagiarius / Museum Plagiarius
https://www.plagiarius.com

 

in tiefer Trauer um Wegbegleiter Rido Busse (Red Dot)

Professor Rido Busse gründete eines der ältesten und erfolgreichsten Designunternehmen Deutschlands und verstand es wie kein anderer, Gestaltungsarbeit mit Ingenieursleistung zu verbinden. Als jahrelanger Wegbegleiter und Freund von Red Dot prägte er die Entwicklung des Wettbewerbs mit. Am 12. Februar 2021 verstarb der Designer im Alter von 86 Jahren.

Red Dot-CEO Prof. Dr. Peter Zec über Rido Busse
„Rido Busse war für mich Mentor, Komplize, Kamerad und ein ganz besonderer Freund. Gleich nachdem ich die Geschäftsführung im VDID übernommen hatte, lud er mich zu einem seiner legendären ‚Sterne-Tische' ein. Er war nicht nur Inhaber eines der größten und erfolgreichsten Designbüros in Deutschland, sondern er verstand es, Menschen für sich und seine Projekte zu gewinnen. Dabei strahlte er stets eine ganz besondere Art von Lebensfreude aus und verfügte über ein ausgesprochen großes Selbstbewusstsein", so Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO von Red Dot, über Rido Busse. „Für mich war er der Grandseigneur des deutschen Designs, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden geblieben ist. Ein ganz besonderer Mensch, der nicht nur stets den neuesten Witz erzählen konnte, sondern auch den Überblick behielt und den keine Situation wirklich überraschen oder vor ein Problem stellen konnte", fährt Zec fort.

Im Red Dot Design Award wurde Rido Busse für seine herausragenden gestalterischen Leistungen unzählige Male ausgezeichnet. So erhielt die STIHL-Benzinmotorsäge 1986 gleich vier Auszeichnungen im Essener Wettbewerb. 1991 wurde der Messerschärfer „TWIN SHARP" von J.A. HENCKELS ZWILLINGSWERK prämiert. Darauf folgten weitere Erfolge mit Produkten aller Art – von der Kopflupe „G 3" von Carl Zeiss über den Akku-Rasenmäher „MA 450" von VIKING bis hin zur Silikon-Backform-Serie „Flexi® Form" von Lurch.

Auch über die Teilnahme am Wettbewerb hinaus bestand eine enge Verbindung zwischen Rido Busse und Red Dot. Die Geschäftsführung und das gesamte Team schätzten den Gestalter für seine kontinuierliche Unterstützung und den freundschaftlichen, wertschätzenden Umgang. Mit ihm verliert die deutsche Designbranche eine wahrhafte Ikone. Red Dot trauert um Rido Busse und wird ihn als offenherzigen und charakterstarken Weggefährten in Erinnerung behalten.

Red Dot

Erinnerung an Rido Busse (iF Design)

Wir trauern um Professor Rido Busse, den unermüdlichen Kämpfer gegen Plagiate, der Berichten seines Amtes zufolge am 12. Februar 2021 im Alter von 86 Jahren friedlich eingeschlafen ist.

Nicht nur der schwarze Gartenzwerg, der unverkennbar eine goldene Nase verdient, erinnert an den erfolgreichen Produktdesigner. Die Initiative und der negative Preis "Plagiarius" bleiben untrennbar mit Rido Busse verbunden . Er, der bereits 1977 gegen den Strich ging, als das Recht auf Entwürfe und gutes Design ohne Scham missachtet wurde, ist mit dem Museum Plagiarius in Solingen und der gleichnamigen negativen Auszeichnung zu einem Denkmal geworden.

Seine Zusammenarbeit mit Stihl, dessen Kettensägen und Gartengeräte er neues Leben einhauchte, dauert mehr als ein halbes Jahrhundert. Auch das Gebiet der Medizintechnik spielte bei seiner Gestaltung eine immer wichtigere Rolle.

Busse wurde nie von der Ewigkeit der Dinge angetrieben. Er konnte sich schnell und flexibel an neue Situationen anpassen, auch wenn seine eigene Gesundheit seine Pläne vereitelte und seine Mobilität einschränkte, gab sein Einfallsreichtum nie auf.

Mit Rido Busse verliert die Designwelt einen Pionier und wunderbar kommunikativen Designer. Seine Arbeit und Arbeit lebt in seinem Designbüro Busse Design + Engineering weiter , seinem "Kind", wie er es einst nannte. Viele seiner Entwürfe und die des Busse-Teams haben im Laufe der Jahrzehnte einen iF DESIGN AWARD erhalten.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden. RUHE IN FRIEDEN

iF Design

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