1. Angemessenheit
Angelehnt an DIN EN ISO 9241-110
Das System ist auf die tatsächlichen Aufgaben, Nutzergruppen und Umgebungsbedingungen zugeschnitten, statt alle technisch verfügbaren Funktionen gleichermaßen anzuzeigen.
Beispiel: Servicetechniker:innen benötigen andere Funktionen als Bedienende im täglichen Betrieb. Zeigt die Oberfläche beiden Gruppen dieselbe Komplexität, wird sie für mindestens eine Gruppe unnötig unübersichtlich.
2. Selbstbeschreibungsfähigkeit
Angelehnt an DIN EN ISO 9241-110
Bedienende erkennen jederzeit, in welchem Zustand sich das System befindet, welche Aktionen möglich sind und was als Nächstes zu tun ist.
Beispiel: Ein Alarmtext, der nur einen Fehlercode anzeigt, zwingt zum Nachschlagen im Handbuch. Eine verständliche Meldung mit konkreter Handlungsanweisung spart Zeit und kann Supportanfragen reduzieren.
3. Erwartungskonformität
Angelehnt an DIN EN ISO 9241-110
Das System verhält sich konsistent und entspricht etablierten Bedienmustern. Eine einmal erlernte Bedienlogik funktioniert auch an anderen Stellen des Systems.
Beispiel: Führt eine Wischbewegung nach links in einem Menü zurück, sollte dieselbe Geste an vergleichbaren Stellen nicht plötzlich eine andere Aktion auslösen.
4. Wirklichkeitsbezug
Ergänzt für industrielle Bedienkontexte
Begriffe, Strukturen und Abläufe orientieren sich an der Sprache der Bedienenden sowie an der tatsächlichen Maschine oder Anlage, nicht an der internen Systemarchitektur.
Beispiel: „Förderband 3“ ist für Bedienende meist verständlicher als „Modul B / Sektion 12“. Das HMI sollte die reale Anlage abbilden, nicht das technische Systemschema.
5. Fehlervermeidung
Angelehnt an DIN EN ISO 9241-110
Das System beugt kritischen Fehlbedienungen vor, begrenzt mögliche Folgen und unterstützt bei der Fehlerbehebung, statt Fehler lediglich zu melden.
Beispiel: Liegt eine Aktion zum Zurücksetzen direkt neben der Hauptaktion, kann sie insbesondere bei der Bedienung mit Handschuhen versehentlich ausgelöst werden. Räumliche Trennung und eine eindeutige Bestätigung helfen, unbeabsichtigten Datenverlust zu vermeiden.


