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29. September 2014

Fachartikel: Design in der Medizintechnik

Der medizinische Standard steigt – wie der Anspruch an das Design der Geräte, mit denen Praxen und Kliniken den Wert ihrer Leistungen demonstrieren. Für große und kleine Produkte darf die Technik daher das Aussehen nicht dominieren.

Echtholz-Parkett, Mobiliar im „Schöner-Wohnen“-
Stil: Wenn man die Tür öffnet und einen ersten Blick riskiert, ist nicht gleich klar, ob man gerade ein Fünf-Sterne-Wellness-Hotel betritt oder eine moderne Arztpraxis irgendwo in Europa. Die Ursache: Immer mehr ärztliche Leistungen fallen aus dem allgemeinen Versicherungsschutz heraus und werden vom Patienten finanziert. Praxen und Kliniken wollen sich dann als Dienstleister von anderen Anbietern abheben und den Wert ihrer Leistungen auch über die Medizingeräte ausdrücken.

Deren Gestaltung passt sich deshalb dem Trend an: Zahnarztstuhl und Behandlungseinheiten
dürfen nicht mehr – wie früher oft – als High-Tech-Folterinstrumente wirken. Sie müssen Wellness-Ambiente verströmen.
Gerade große Medizingeräte sind zunehmend
architektonischer und als Teil der Praxis-Einrichtung gestaltet. In ihren formalen Details werden sie wesentlich sinnlicher und freundlicher gehalten als man das vom bisherigen klassischen Maschinen-Design gewohnt war. Auch halten neue Oberflächenstrukturen Einzug: Holz- und Grafikapplikationen oder auch Lichtelemente. Gleichzeitig müssen sich Praxen im urbanen Umfeld den räumlichen Gegebenheiten und Mieten stellen: Daher achten Designer auf effiziente Raumnutzung.

Ein Beispiel dafür, wie ein nach diesen Überlegungen gestaltetes Produkt aussieht, ist der 500-Hz-Excimer-Laser vom Typ Teneo 317, den die Bausch + Lomb Technolas, München, für die refraktive Augen chirurgie entwickelt hat – also für Laseroperationen am Auge, die überwiegend in Privatpraxen ausgeführt und von Selbstzahlern finanziert werden. Mitarbeiter der Elchinger Busse Design+Engineering GmbH haben das Gerät überarbeitet und neu gestaltet. Der Teneo 317 wirkt nun kompakter und benötigt eine deutlich geringere Stellfläche. So lässt er sich in nahezu jede Praxis integrieren. Gleichzeitig ist der Laserarm ergonomisch so optimiert, dass der Arzt mehr Bewegungsfreiheit
hat und ein größeres Sichtfeld gewinnt.
Der geschwungene zweifarbige Arm kaschiert die farblich dunkel abgesetzten Optik-Komponenten und wirkt filigraner. Mit abgerundeten Ecken und der ebenfalls zweifarbigen Gestaltung erweckt der Hauptkörper den Eindruck eines architektonischen Elementes. Die weiße Blende, die dem Patienten zugewandt ist, trägt zu einer angenehmen Atmosphäre bei.

Solche Überlegungen sind aber nicht nur für
Großgeräte relevant. Kleinere Medizinprodukte werden ebenfalls weniger technisch, sondern in sich homogener und mehr im Duktus des aktuell gültigen Konsumgüter - designs gestaltet. Das beschränkt sich auf zwei bis drei Elemente. Es überwiegen klare, zusammenhängende und wenig zerklüftete Strukturen, der Gesamteindruck ist sympathisiert, abgerundet und farblich zurückgenommen. Lichteffekte, metallische Applikationen und hochwertige Oberflächen - finishes ergänzen das Gesamtbild als Highlights.

Im Mittelpunkt der Produkte steht hingegen die Benutzerschnittstelle. Aktuelle Touch-Screen-Technik wird mit Folientastaturen und Dreh-Drückreglern kombiniert, so dass der Anwender das Gerät einfach bedienen kann. Moderne Screens visualisieren Funktionsinhalte und Piktogramme gut selbsterklärend. Die Kunst ist jedoch, nicht bloß die technischen Möglichkeiten auszuschöpfen, sondern eine möglichst intuitive und fehlbedienungssichere Menü- und Interaktionsstruktur zu bieten. Sie orientiert sich streng an den Ergebnissen einer Analyse der tatsächlichen Bedienabläufe und Use Cases.

Ein Beispiel für diesen Ansatz ist die neue Generation von Dental brennöfen der Ivoclar
Vivadent AG aus Schaan in Liechtenstein.
Bei deren Gestaltung hat BUSSE Design+Engineering den Hersteller unterstützt.
Die Formensprache muss natürlich auf die eigene Marke zugeschnitten sein. Gerade bei weltweit identisch eingesetzten Medizinprodukten dürfen aber auch kulturell bedingte Strömungen nicht außer Acht gelassen werden. Während in Mitteleuropa und Russland noch ein Design mit einer hohen Funktions- und Materialbetonung à la „Schweizer Präzision“ zählt, überwiegen auf
dem nordamerikanischen Kontinent relativ ausladende und bullige Formen. Im Gegensatz dazu legen asiatische und südamerikanische Märkte viel mehr Wert auf emotional aufgeladenes Design. Diese Strömungen gilt es, in einer modernen, international erfolgreichen Gestaltung zu vereinen. Das Ziel sind dennoch Lösungen, die nicht in der gestalterischen Reduktion des iPhones verschwinden, das aus einer Box mit vier abgerundeten Ecken besteht. Und da Schwellenländer und ehemalige Dritte-Welt-Staaten bei der Entwicklung ihrer medizinischen Versorgung zügig voranschreiten, spielen internationale Anforderungen an Funktionalität, Gestaltung und Ästhetik der Medizinprodukte eine wachsende Rolle.

Aus Sicht der Mitarbeiter von BUSSE Design
+Engineering benötigt ein gutes Produkt in seiner gestalterischen Grundstruktur vor allem eine klare Codierung und muss die Anwendung unterstützen. Auf dieser Basis erhält man eine relativ universelle und weltweit einsetzbare Grundform. Ästhetische Details, die die Markenausrichtung und Produkthistorie aufgreifen, ergänzen die Grundform. Ein oder zwei pointierte gestalterische Details sind dabei einem aufgesetzten, kosmetisch wirkenden Design vorzuziehen. Was nicht heißt, dass die  Details zurückhaltend sein müssen: Je nach Produktfokus können sie durchaus polarisierend und sinnlich ausgeführt sein.

Den Artikel stellen wir Ihnen hier auch als PDF zur Verfügung. Er ist in der Ausgabe 02-2014 der medizin & technik (Konradin Mediengruppe) erschienen.

 

Ihr Ansprechpartner bei BUSSE:
Felix Timm, Geschäftsführer
Tel. +49 (0) 73 08 / 81 14 99-0
timm@busse-design.com

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