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02. November 2015

Innovationsstrategien im 21.Jahrhundert

„Wir wollen unsere Umsätze weiter steigern – wir brauchen 6 WOW!-Innovationen pro Jahr!“ Das ist das typische Ergebnis vieler Unternehmensberatungen und somit auch die Vorgabe der Gesellschafter und der Geschäftsführung in vielen Unternehmen quer durch alle Branchen. Doch wie lässt sich dieses Ziel umsetzen?

Der Fokus auf neue Innovationen ist grundsätzlich genau die richtige Strategie in immer enger zusammenwachsenden Märkten und das effektivste Mittel für nachhaltiges Wachstum. Die Erschließung der internationalen Märkte oder zumindest des europäischen Umlandes ist bereits von vielen Firmen erfolgreich vollzogen oder im vollen Gange. Der heimische Markt selber wächst kaum mehr und wird im Zuge der Globalisierung natürlich seinerseits von neu in den Markt eindringenden Wettbewerbern bearbeitet. Also müssen neue Wege gefunden werden, den Umsatz zu halten und weiter zu steigern.

Doch welche Art der Innovation sinnvoll ist und mit welchen Methoden und Prozessen diese auch zu einem erfolgreichen Produkt umgesetzt werden kann, das ist die entscheidende Frage, die wir in unserem eintägigen BUSSE-Akademie Seminar „Innovationsprozesse und -methodiken“ behandeln.
Dieser Artikel soll Ihnen einen Einblick in diese spannende und für zukünftigen Unternehmenserfolg absolut relevante Themenstellung geben.

Hinweis: Dieser Artikel ist eine KURZ-Form. Die ausführliche Version finden Sie hier als PDF.

Strategische Innovationsziele +  Funktionierendes Innovationssystem = Ergebnisorientierte Innovationsarbeit

Vor Beginn der tatsächlichen Innovationsarbeit ist es essentiell wichtig, erst einmal ein gemeinsames Bewusstsein und einheitliches Verständnis über die Definition von Innovation, die Unterschiede und Arten der Innovation und Produktneuheiten und somit die unternehmerischen strategischen Innovationsziele festzulegen. Wie soll ansonsten ein Ziel erfüllt werden können, welches gar nicht definiert ist?

Siehe Kapitel in der Langversion des Artikels

Ist dies definiert, muss als weitere Grundlage das Innovationssystem organisatorisch aufgesetzt werden: Oft sind Kapazitäten, Team-Ressourcen und Kompetenzen und auch Budgets für das Innovationsprojekt nicht vorhanden oder nicht korrekt eingeplant. Des Weiteren gibt es für die Innovationsvorhaben oft keine klar geregelten Entscheidungsstrukturen und Gateways. Der gängigste Kardinalsfehler jedoch ist, wenn Innovationsprojekte anhand der Entscheidungsprozesse und –kriterien regulärer evolutionärer Entwicklungsvorhaben bewertet werden. Das Management von echten Innovationsvorhaben verlangt eine gänzlich andere, nämlich situative und spontane Führung, die auf neue Erkenntnisse und Situationen mit neuen Szenarien reagieren kann und Markt und Vertriebskanäle ebenso kreativ anpasst, statt immer nur an den bestehenden Märkten und deren jetzigen Ansprüchen zu spiegeln.

Sind diese Voraussetzungen geschaffen, dann kann endlich die ergebnisorientierte Innovationsarbeit beginnen!

Auch bei der  praktischen Innovationsarbeit gibt es zwischenzeitlich viele neue und innovative Methoden und Vorgehensweisen, die wesentlich leistungsstarker sind als die bekannten eintägigen „Innovationsworkshops“ mit tapetenweise unstrukturierten, nicht kanalisierten Ideenansätzen und „keine Kritik“- Ansätzen, die der Meinung sind, dass Spinnen und Kreativität gleichbedeutend sind.

Leider ist durch eben solche Ansätze bei vielen Firmen und Entscheidern bereits verbrannte Erde vorhanden.

Ebenso tödlich für die Generierung von neuen Produktideen aus dem oben beschriebenen „kreativen Chaos ohne Limitierung“ ist jedoch auch ein vorgeschalteter rein abstrakter Requirement & System Engineering Prozess, der im Vorfeld verzweifelt versucht, theoretisch alle nur möglichen Inhalte, Produktaspekte und Restriktionen zu definieren, deren praktische Relevanz noch gar nicht erlebt wurde.

Interessante Ansätze sind vielmehr Cross-Industrie-Workshops, das EDISON Prinzip oder Mikro-Usability-Tests (z.B. nach Mike Kuniavsky), welche BUSSE Design+Engineering in eigene Prozesse wie das „Innovations-Bootcamp“, den „Usability Check“ und in das „Prinzip der Innovationsdestillation“  weiterentwickelt hat. Gerne erläutern wir Ihnen unsere Denkansätze und Methoden in einem persönlichen Gespräch.

Zusammenfassung: Die Innovations-Fallen

Zur Zusammenfassung und als Orientierungshilfe hier noch einmal die gängigsten Fehler bei der Innovationsarbeit:

- Strategie-Falle
Es existiert kein strategisches Gesamtkonzept für die Wachstumsziele und Innovationsfelder. Die Ideen laufen ins Leere, sind ziellos oder werden zerredet.

- Definitions-Falle
Es existierte keine eindeutige Zielformulierung für den Innovationsanspruch. Dem Vertrieb würde eine simple  Produktoptimierung für die nächste Messe reichen, die Entwicklung kommt mit einem komplett neuen Produktansatz, den sich bestehende Kunden noch gar nicht vorstellen können und der mindestens noch ein paar Jahre Entwicklung benötigt.

-  „Fragt doch den Kunden“- Falle
Zu den Innovationsansätzen für neue Märkte, Funktionen und Service-Konzepte werden nur die alten Kundenstrukturen oder - noch schlimmer - bestehende Zwischenhändler befragt. Oder es wird versucht, vor Beginn der Innovation die derzeitigen Kunden zu befragen, was Sie sich von einem neuen Produkt wünschen würden. Die Antwort ist vorhersehbar: „Die gleichen Produkte nur mit mehr Leistung und zu einem günstigen Preis“.

- Henne-Ei-Falle
Man verlangt von dem Innovationsteam, dass bereits vor bzw. innerhalb der Konzeptfindung ein konkreter Businessplan mit verbindlichen Terminen, Stückzahlprognosen und Kostenlimits erzeugt wird, vorher investiert man nicht weiter. So bekommt der Innovationsansatz keine Chance. Entweder es wird mit viel Puffer vorsichtig kalkuliert, so dass Invest und Zeitplan nicht akzeptiert werden. Oder man prognostiziert  einen zu enthusiastisch-idealen Projektverlauf, auf dessen Basis man zwar die Mittel zur Weiterentwicklung erhält, dann aber bei der ersten Iterationskurve bereits das Budget und die Zeitreserve ausgeht. Einzig richtig ist eine stufige Vorgehensweise in klaren Phasen.

- Zuschlags-Falle
Das Innovations-Produkt wird bereits für seine erste Markteinführung mit den klassischen Zuschlagssätzen des bisherigen Portfolios belegt  und endet so in der Talsohle der Stückzahl-Preis-Schaukel.

-  Vertriebs-Falle
Viele Innovationsprojekte überfordern die bestehenden Vertriebskanäle, da z.B. andere Kundensegmente angesprochen werden müssen oder zusätzliche Dienstleistungsbedarfe entstehen, die mit den bestehenden Ressourcen und Kompetenzen nicht abgedeckt werden. Manchmal sind es auch simple Umsatzzahlen-Vorgaben, die das Vertriebsteam sich nur auf die wenig erklärungs- und betreuungsintensiven alt bewährten Produkte konzentrieren lässt, bei denen ein Abschluss sicher ist und somit eine Provision erzielt werden kann. Auch hier muss innovativ weitergedacht werden, um ein Innovationsprojekt erfolgreich im Markt zu platzieren.

- Wollmilchsau-Falle
Der neue Produktansatz wird im Keim erstickt, indem während der Entwicklung alle möglichen weiteren Forderungen hinzugetragen werden. So wird aus dem einstigen Imagesetter und Innovationsbotschafter als „Leuchtturmprodukt“ im Prime Segment im Entwicklungsverlauf ein auch unbedingt für den Massenmarkt zu verkaufendes Produkt, das alles kann aber nichts richtig.

- Sonder-Spezial-Falle
Oft werden auch für den neuen Konzeptansatz spezielle Fälle aus der Anwendungshistorie des Vorgängerproduktes zur Standardanforderung. So z.B. der eine Reklamationsfall, bei dem auf der einen speziellen Insel an der kanadischen Pazifikküste an dem einen speziellen Tag morgens -10°C und mittags + 35°C waren. So wird das neue Produkt bereits in der Konzeptphase mit unnötigem Ballast belastet.

- Not invented here - oder Hauptsache-Anders-Falle
Auch wird oft unter falsch verstandenem Anspruch versucht, eine neue Lösung für eine Teilfunktionalität zu finden, die es auf dem Markt jedoch schon gibt. So versucht man mit viel Aufwand, etwas verzweifelt anders zu machen, was im Ergebnis aber auch schlechter als die bestehende Lösung ist. Hier hilft oftmals der offene Dialog und ggf. eine Lizenzvereinbarung mit dem bestehenden anderen Hersteller. Auch wird oftmals versucht, neue Produkte mit neuen Technologien bis auf das letzte Zahnrädchen verzweifelt mit den vorhandenen eigenen Produktionsressourcen zu fertigen. Entweder muss dann das Neuprodukt auf ein schlechteres aber vorhandenes Fertigungsverfahren downgegraded  werden, oder/und es entstehen durch die schlechteren eigenen Herstellungsmöglichkeiten Zusatzkosten in der Herstellung. Auch hier macht es oft viel mehr Sinn, bestimmte Komponenten oder Herstellschritte extern oder sogar bei dem stückzahl- und fertigungstechnisch in diesem Segment  überlegenen Mitbewerber machen zu lassen.

Weitere Innovations-Fallen wären z.B.:
- Over-Engineering-Falle
- Kapazitätsfalle
- Kompetenzfalle
- Problem-Revelanz-Falle
- Streng-geheim-Falle
- etc.


Wir hoffen, wir konnten Ihnen einen Einblick in die spannende Themenwelt der Innovationsprozesse geben. Wollen Sie mehr erfahren?

Sprechen Sie uns an, buchen Sie einen unternehmensindividuellen Workshop oder nehmen Sie an unseren offenen Seminaren der BUSSE-Akademie teil!
www.busse-akademie.com

Den ausführlichen Artikel als PDF finden Sie hier.


Ihr Ansprechpartner bei BUSSE:
Felix Timm, Geschäftsführer
Tel.: +49 (0) 73 08 / 81 14 99 0
timm@busse-design.com

 

 

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